GRAU - SCHWARZ - WEISS 2018

HILFE , ICH BEFINDE MICH AUF EINMAL IN DER ZUKUNFT

37 rechteckige Bilder

ca. 61 x 137 cm


10 ovale Bilder

ca.


6 quadratische Bilder

ca. 88 x 77 cm


und Objekte

Ausschnitt

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gleich nach der Arbeit schlafen zu gehen ohne Lieferservice-Essen . . .


Nur nicht an die Folgen denken :: auja, alles billig und sofort im Internet – Händler haben doppelte Arbeit :: alles fotografieren, ins Netz stellen – Verpackungen aufmachen und in neue Verpackungen für den Internetvertrieb packen in neuer Wochenendarbeitszusatzzeit . . .

Kleinstbetriebe erstellen hilflos als letzten Strohhalm Internetseiten – verplempern ihre Beratungszeit . . .


Ich will aber die Verkäuferin, die mir sagt, dass ich trotz Wechseljahre gar nicht so fett bin, weil ich von Natur aus nicht so einen ausladenden Hintern habe und die jedes mal wieder meine Größe einschätzen kann, die ich immer wieder vergesse, weil ich so selten Kleidung kaufen gehe . . .

Die weiß, welche Hose Qualität hat . . .

ich will den kleinen Fotoladen mir gegenüber, der mir auch mal seinen Blitz von zu Hause billig verkauft, weil er ihn nicht mehr braucht und die Zeit hat, mir ein paar Tricks von sich von früher zu erzählen . . .


. . . beide weg . . .


. . . Internet-Handel UND


. . . Gentrifizierung . . .


Ich will auch die normalen Imbisse, wo ich neben normalen, gemischten Leuten sitze und mich nicht zurechtmachen muss und nicht überteuerte Hipp-scheiße kaufen und essen muss, die auch keine bessere Qualität hat, weil ein Imbiss nie richtig gute Qualität haben kann und zuckrige Burger auch nicht gesünder sind als Pommes . . .

Ich will auch keine Imbisse, in denen es kein Bier mehr gibt, wegen irgendeiner Religion . . . weil die türkisch geführten Döner-Imbisse nicht mehr genug Kohle haben, um zu überleben . . .


Weg sind meine beiden Lieblingsimbisse in Mitte – weg sind meine beiden Lieblingskneipen in Mitte - - - weg ist der Imbiss, indem ich immer auf dem Nachhauseweg, wenn ich echt k.o. war, noch einen Döner bekommen konnte. Weg für nichts. Oft jahrelanger Leerstand . . . Dann superteure Klamottenläden oder Läden, die behaupten, sie hätten die alternative, gesunde Lösung für Haushaltsartikel, die niemand – neu - braucht oder in etwas ärmeren Bezirken ein Rewe oder DM oder so . . .


Weg sind die Galerien in der Brunnenstraße, in denen ich in der Nacht noch etwas Kunst gucken konnte . . .

Weg ist der Billig-Supermarkt in einer Gegend, wo – noch – niemand Geld hat . . . getauscht gegen einen Rewe, der inzwischen aufgebaut ist wie ein Feinschmecker-Restaurant . . .








  angela markante 

aber nicht für mich  . . .

BERLIN BAUT . . .

Die Malereien sind alle nicht völlig rechtwinkelig und auch leicht wellig und ca. 61 x 137 cm. Eigentlich gehören sie mit sichtbaren Nägeln an die Wand genagelt ohne Rahmen. Aber da, wo ich arbeite, ist die Wand aus Beton und so muss ich die Bilder zum fotografieren mit Stecknadeln befestigen, was nicht so „ cool “ ist und den Eindruck etwas verfälscht. Ich suche aber nach Räumen für Ausstellungen.

Und zwar in einer Zukunft, die ich mir vor sagen wir mal 30 Jahren nicht in meinen schlimmsten Phantasien so vorgestellt hätte ::

Schwarzgekleidete Handy-Zombies durchforsten in gebückter Haltung ihr Handy nach nicht-gebrauchten Schnäppchen.


Jobs, die so langweilig sind, dass die Angestellten nach ihrem Arbeitsalltag SOFORT auf dem Rückweg ins Handy schauen – kein rückblickender Gedanke an den Arbeitstag, an ein Geschäft / Gespräch, was interessant, hilfreich, weiterführend, eine Frage neu aufwerfend war . . .


Langeweile überall, die zu Kaufsucht führt, die nicht als so schlimm wie Alkoholsucht eingestuft wird, aber ähnlich betäubende Folgen hat und zwar dann auch noch für mich ::

Umweltkatastrophe !!!


DHL-Paket-Lkws in der Nacht, in der Nacht, die ich noch vor ein paar Jahren für mich allein hatte . . .

Rollkoffer in der Nacht – Menschen, die trotz Fitness-Studio nicht mehr in der Lage sind, ihre ca. 3 gebügelten Hemden auf dem Rücken zu transportieren.

Öde Rollkoffernormalogespräche in der vorher so ruhigen, friedlichen konsumfreien Nacht !!

Zeitersparnis-Rollkoffer-hin-und-her-geschiebe in der Nacht und am Tag auch in meinem unfreiwillig aufgesuchten abgefuckten Bezirk.


Zeitersparnis, um schnellstmöglich an möglichst vielen Orten sinnfreie Dinge zu vertreiben – behaupte ich -


Zeitersparnis zum Shoppen, da, wo man gerade geschäfts- oder touristenmäßig seinen / ihren Rollkoffer hin – und herschiebt.


Langeweile ev. deshalb, weil durch sinnentleerte Jobs – größtenteils sinnentleert – nicht genügend Zeit bleibt, ein interessantes Hobby / Interesse aufzubauen, zu verfolgen und gleichzeitig zuviel Zeit, um nicht


Material ::

Packpapier, Zeitung, Zeitschrift, Abtönfarbe, Klebeband, Fotografien, Umzugskartons, Stoff, u.a.

" SCHWARZ-GRAU-WEIß MACHT DEPRESSIV "



Als ich anfing, Bilder nur in Grau-Schwarz-Weiß zu malen, dachte ich :: „ Wow, cool, ich male das erste Mal seit langem an einer Austellung, die keinen Inhalt hat – einfach grau-schwarz-weiße abstrakte Bilder – vielleicht kann ich das ja besser verkaufen . . .


Doch dann hingen die Bilder an der Wand anstatt wie sonst bunt, einfach Grau-Schwarz-Weiß und ich merkte, wie deprimierend das ist, wie hart auf Dauer.


Und ich dachte an all die uniformgekleideteten Schwarzklamottenmenschen draußen und wie sehr es mich draußen anödet und wie sehr ich immer wieder denke, dass die Menschen von Weitem einfach nur noch wie die Schatten der Menschheit aussehen und ich dachte an all die Neubauten in Weiß, meist Grau mit tw. dunklem Beton, tw. Hellerem und den Fenstern, die ohne Sinn bis zum Boden gehen, was umweltschädlich ist und dass ich die Füße der reichen Menschen in z. B. Mitte gar nicht sehen möchte und die Fenster gar nicht zum Öffnen sind usw. . .

Einfach, weil alle es machen . . .


Und ich möchte mit dieser Ausstellung warnen vor Uniformität, auch wenn sie als Mode, Hipp oder Cool getarnt ist und vor der Vorstellung, alles, was Grau ist, ist modern und wir Menschen würden durch Technik schlauer.

Im Gegenteil :: zuviel undurchdachte Information schädigt das Denken, füllt unnütz den Kopf und auch die Gespräche.

Der IQ der Menschen ( Kinder ) nimmt z. Zt. ab durch Pestizide und der IQ wird auch durch Überkonsum von Internet und Handy abnehmen.


Was nötig wäre, um die Welt interessanter zu gestalten, wären Kurse an Schulen, selbstständig zu denken, die eigene Meinung zu bilden, immer im Blick zu haben, dass die Erde aus Natur besteht und wir auch und dass wir sie z. Zt. ganz arg zugrunde richten und dass es nicht für alles eine App braucht, sondern körperliche Betätigung, die auch das Denken fördert und dass es dauerhaft nicht darum gehen kann, dass die Menschen sich einerseits ständig immer sinnlosere Arbeit erschaffen und andererseits über zu wenig Freizeit klagen.


Gas, Kohle, etc. gehen aus und es ist unsinnig zu behaupten, ein E-Auto wäre umweltfreunlich – Strom bedeutet AKW oder laute, viele viele Windkrafträder, deren Auswirkungen für die Umwelt noch gar nicht geklärt sind auf Dauer oder aber Anbau für Biogas, auf Flächen, die eh immer rarer werden, auf denen man Gemüse anbauen müsste.

Handy, Erst- Zweit- und Dritt- Tablett verbrauchen ununterbrochen Strom . . .



Manchmal ist das, wo ZU VERMIETEN dransteht dann doch nicht zu vermieten – diese Kneipenimmobilie stand ca. 3 Jahre leer, nachdem die Kneipe raus musste . . . - - -


Sometimes that's where RENTING on top of it is not for rent - This pub property was empty for about 3 years, after the pub had to go out . , ,

© ANGELA MARKANTE 2018

Ausschnitt