GRAU - SCHWARZ - WEISS 2018

HILFE , ICH BEFINDE MICH AUF EINMAL IN DER ZUKUNFT

37 rechteckige Bilder

ca. 61 x 137 cm

 

10 ovale Bilder

ca.

 

6 quadratische Bilder

ca. 88 x 77 cm

 

und Objekten

gleich nach der Arbeit schlafen zu gehen ohne Lieferservice-Essen . . .

 

Nur nicht an die Folgen denken :: auja, alles billig und sofort im Internet – Händler haben doppelte Arbeit :: alles fotografieren, ins Netz stellen – Verpackungen aufmachen und in neue Verpackungen für den Internetvertrieb packen in neuer Wochenendarbeitszusatzzeit . . .

Kleinstbetriebe erstellen hilflos als letzten Strohhalm Internetseiten – verplempern ihre Beratungszeit . . .

 

Ich will aber die Verkäuferin, die mir sagt, dass ich trotz Wechseljahre gar nicht so fett bin, weil ich von Natur aus nicht so einen ausladenden Hintern habe und die jedes mal wieder meine Größe einschätzen kann, die ich immer wieder vergesse, weil ich so selten Kleidung kaufen gehe . . .

Die weiß, welche Hose Qualität hat . . .

ich will den kleinen Fotoladen mir gegenüber, der mir auch mal seinen Blitz von zu Hause billig verkauft, weil er ihn nicht mehr braucht und die Zeit hat, mir ein paar Tricks von sich von früher zu erzählen . . .

 

. . . beide weg . . .

 

. . . Internet-Handel UND

 

. . . Gentrifizierung . . .

 

Ich will auch die normalen Imbisse, wo ich neben normalen, gemischten Leuten sitze und mich nicht zurechtmachen muss und nicht überteuerte Hipp-scheiße kaufen und essen muss, die auch keine bessere Qualität hat, weil ein Imbiss nie richtig gute Qualität haben kann und zuckrige Burger auch nicht gesünder sind als Pommes . . .

Ich will auch keine Imbisse, in denen es kein Bier mehr gibt, wegen irgendeiner Religion . . . weil die türkisch geführten Döner-Imbisse nicht mehr genug Kohle haben, um zu überleben . . .

 

Weg sind meine beiden Lieblingsimbisse in Mitte – weg sind meine beiden Lieblingskneipen in Mitte - - - weg ist der Imbiss, indem ich immer auf dem Nachhauseweg, wenn ich echt k.o. war, noch einen Döner bekommen konnte. Weg für nichts. Oft jahrelanger Leerstand . . . Dann superteure Klamottenläden oder Läden, die behaupten, sie hätten die alternative, gesunde Lösung für Haushaltsartikel, die niemand – neu - braucht oder in etwas ärmeren Bezirken ein Rewe oder DM oder so . . .

 

Weg sind die Galerien in der Brunnenstraße, in denen ich in der Nacht noch etwas Kunst gucken konnte . . .

Weg ist der Billig-Supermarkt in einer Gegend, wo – noch – niemand Geld hat . . . getauscht gegen einen Rewe, der inzwischen aufgebaut ist wie ein Feinschmecker-Restaurant . . .

 

 

 

 

 

 

 

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Ausschnitt

3) Firmenbesitzer, die die Firma von ihrem Vater geerbt haben, der sie aufgebaut hat unter viel Mühe, die weder besonders intelligent, noch umweltverantwortungsvoll, noch herzensgut sind und einfach ihre Firma über Wasser halten wollen und natürlich auch 100x mehr verdienen, als ihre Angestellten und die eben einfach reich sind und hier wie die Manager darüber bestimmen, was die Politiker machen und wer wo wohnt !!

Schlecht, auch hier die psychische Fragestellung . . .

In einem Interview sagte die Firmenerbin, sie habe eben die ganze Verantwortung, aber ist es besser, total hohle Jobs zu machen oder die Verantwortung zu haben ? Beide tragen die Firma . . .

Macht macht doch auch Spaß . . .

>>> Reichtum nicht gerechtfertigt.

 

 

4) It-Girls oder so: hier bestimmt gesellschaftlich anerkannte Schönheit und Unterhaltung den Marktwert und damit den Reichtum. Mit Weitsicht hat das auch nichts zu tun oder Verantwortlichkeit; im Gegenteil, es versaut das Frauenbild sowohl der Frauen als auch die männliche Sicht auf Frauen . . . und verführt Menschen zu idiotischen Tätigkeiten und Konsum . . .

>>> Reichtum nicht gerechtfertigt.

 

 

5) Politker will ich gar nicht groß erwähnen, kann mich nicht erinnern, dass eine Partei mal wirklich was für arme Menschen getan hat; auch hier Weitsicht fast immer fehl am Platz und wer gegen die Gentrifizierung keine vernünftigen, radikalen Gesetze macht, ist auf jeden Fall gekauft.

>>>> Reichtum nicht gerechtfertigt.

 

 

6) All die komischen Leute in Prenzlauer Berg und Mitte ( die westlichen Bezirke kenne ich nicht so gut ), denen man es ansieht, dass sie nicht wirklich stolz sind auf das, was sie beruflich tun und die auch nicht nach interessanten, die Welt weiterbringenden Charakteren aussehen, die so aussehen, als ob sie eben einen Job machen, der aus irgendwelchen kapitalistischen Gründen relativ viel Geld bringt, jedenfalls genug, die Straßen ehemals interessanter Bezirke zu verstopfen.

WAS MACHT IHR EIGENTLICH BERUFLICH – BRINGT IHR DIE WELT VORAN – WARUM SEID IHR SO RELATIV REICH ??

>>> Reichtum wahrscheinlich nicht gerechtfertigt.

 

 

So, die Liste ist natürlich unvollständig, weil natürlich nicht jede / r Reiche oder Einflussreiche in den Medien auftaucht . . .

 

Aber: die Welt wird einfach nie von den schlausten Menschen regiert – auch indirekt sprich Lobbyarbeit und Immobilienhandel und Arbeiterbezahlung – sondern von den Reichen und natürlich auch von den ganzen Konsumenten, die die Reichen u.a. reich machen.

Menschen, die aus irgendwelchen Gründen etwas besitzen wie Land oder eine Firma, sind die Bestimmer.

Menschen, die interessantere, neuere Gedanken haben, wie z.B. KünstlerInnen, oder DenkerInnen, die in keinen Betrieb passen, da sie meist mehr von außen kommen, anders wahrnehmen und fühlen usw., machen entweder Werbung für „ Scheiß “ ( und damit für reiche Firmeninhaber und werden auch rel. oder sehr reich ) oder werden immer wieder aus der Gesellschaft herausgespült.

Es gibt natürlich ein paar, die es schaffen, bekannt werden und reich, aber der Rest krebst vor sich hin und taucht letztendlich in der Menschheitsgeschichte gar nicht auf und das regt mich so auf.

 

D.h., die Menschheit wird wahrscheinlich nie richtig spannend oder interessant, da sie nach dem Darwin-Kapitalismus-Prinzip immer nur die Stärksten und die Angepasstesten weiterlässt . . .

 

Und deswegen befinden wir uns auch in einer Zeit, wo alle lieber in ihr Handy starren, statt die hässliche Stadt um sich herum wahrzunehmen, in der auch noch das letzte Stück unbebautes Land vollgebaut wird mit Wohnungen für die Leute, deren Beruf ich soooo…. gerne wüsste . . .

 

Ich glaube, dass die meisten Menschen unbewusst wissen, dass die ganzen neuen Jobs völlig unnütz sind und jederzeit verloren gehen können und sie dann auch arbeitslos sind und aus dieser unbewussten Verunsicherung stehen sie in permanentem Kontakt zu ihren Mitmenschen / FreundInnen, um nicht allein zu sein mit ihrer Angst.

Deswegen sind sie alle so angepasst und signalisieren sich so: wir sind alle Menschen und alle gleich, obwohl das ja immer weniger stimmt.

 

Was mich daran heute interessiert, ist ::

 

a) Wie halten reiche Menschen diese Ungerechtigkeit aus ? Ist das permanente Verdrängung aus SCHAM ?

Ist da einfach so eine Riesennot, immer mehr Geld zu besitzen, wie eine SUCHT ?

Wie stellen sie sich die Zukunft ihrer Kinder vor, die in einer zunehmend mit unbenötigten Gegenständen vollgemüllten und ausgebeuteten Welt aufwachsen ?

Hätten sie gerne, dass die Armen alle tot wären, damit sie das nicht mitansehen müssen ?

. . . Aber die Armen müssen ja arbeiten . . . und sie sehen sie ja in ihrem Bezirk auch nicht mehr . . .

 

b) Wie soll man sich je eine schöne Zukunft vorstellen, wenn es so verrückte psychische Prozesse gibt ? Und die Verrückten meist die Stärkeren sind ?

 

c) Wie soll man die Gentrifizierung und damit auch Verödung der Städte je wieder zurückdrehen können ?

 

c) Kann es irgendwann peinlich sein, zu reich zu sein ? Unwahrscheinlich . . .

BERLIN BAUT . . .

aber nicht für mich . . .

Die Malereien sind alle nicht völlig rechtwinkelig und auch leicht wellig und ca. 61 x 137 cm. Eigentlich gehören sie mit sichtbaren Nägeln an die Wand genagelt ohne Rahmen. Aber da, wo ich arbeite, ist die Wand aus Beton und so muss ich die Bilder zum fotografieren mit Stecknadeln befestigen, was nicht so „ cool “ ist und den Eindruck etwas verfälscht. Ich suche aber nach Räumen für Ausstellungen.

Und zwar in einer Zukunft, die ich mir vor sagen wir mal 30 Jahren nicht in meinen schlimmsten Phantasien so vorgestellt hätte ::

Schwarzgekleidete Handy-Zombies durchforsten in gebückter Haltung ihr Handy nach nicht-gebrauchten Schnäppchen.

 

Jobs, die so langweilig sind, dass die Angestellten nach ihrem Arbeitsalltag SOFORT auf dem Rückweg ins Handy schauen – kein rückblickender Gedanke an den Arbeitstag, an ein Geschäft / Gespräch, was interessant, hilfreich, weiterführend, eine Frage neu aufwerfend war . . .

 

Langeweile überall, die zu Kaufsucht führt, die nicht als so schlimm wie Alkoholsucht eingestuft wird, aber ähnlich betäubende Folgen hat und zwar dann auch noch für mich ::

Umweltkatastrophe !!!

 

DHL-Paket-Lkws in der Nacht, in der Nacht, die ich noch vor ein paar Jahren für mich allein hatte . . .

Rollkoffer in der Nacht – Menschen, die trotz Fitness-Studio nicht mehr in der Lage sind, ihre ca. 3 gebügelten Hemden auf dem Rücken zu transportieren.

Öde Rollkoffernormalogespräche in der vorher so ruhigen, friedlichen konsumfreien Nacht !!

Zeitersparnis-Rollkoffer-hin-und-her-geschiebe in der Nacht und am Tag auch in meinem unfreiwillig aufgesuchten abgefuckten Bezirk.

 

Zeitersparnis, um schnellstmöglich an möglichst vielen Orten sinnfreie Dinge zu vertreiben – behaupte ich -

 

Zeitersparnis zum Shoppen, da, wo man gerade geschäfts- oder touristenmäßig seinen / ihren Rollkoffer hin – und herschiebt.

 

Langeweile ev. deshalb, weil durch sinnentleerte Jobs – größtenteils sinnentleert – nicht genügend Zeit bleibt, ein interessantes Hobby / Interesse aufzubauen, zu verfolgen und gleichzeitig zuviel Zeit, um nicht

 

Material ::

Packpapier, Zeitung, Zeitschrift, Abtönfarbe, Klebeband, Fotografien, Umzugskartons, Stoff, u.a.

" SCHWARZ-GRAU-WEIß MACHT DEPRESSIV "

 

 

Als ich anfing, Bilder nur in Grau-Schwarz-Weiß zu malen, dachte ich :: „ Wow, cool, ich male das erste Mal seit langem an einer Austellung, die keinen Inhalt hat – einfach grau-schwarz-weiße abstrakte Bilder – vielleicht kann ich das ja besser verkaufen . . .

 

Doch dann hingen die Bilder an der Wand anstatt wie sonst bunt, einfach Grau-Schwarz-Weiß und ich merkte, wie deprimierend das ist, wie hart auf Dauer.

 

Und ich dachte an all die uniformgekleideteten Schwarzklamottenmenschen draußen und wie sehr es mich draußen anödet und wie sehr ich immer wieder denke, dass die Menschen von Weitem einfach nur noch wie die Schatten der Menschheit aussehen und ich dachte an all die Neubauten in Weiß, meist Grau mit tw. dunklem Beton, tw. Hellerem und den Fenstern, die ohne Sinn bis zum Boden gehen, was umweltschädlich ist und dass ich die Füße der reichen Menschen in z. B. Mitte gar nicht sehen möchte und die Fenster gar nicht zum Öffnen sind usw. . .

Einfach, weil alle es machen . . .

 

Und ich möchte mit dieser Ausstellung warnen vor Uniformität, auch wenn sie als Mode, Hipp oder Cool getarnt ist und vor der Vorstellung, alles, was Grau ist, ist modern und wir Menschen würden durch Technik schlauer.

Im Gegenteil :: zuviel undurchdachte Information schädigt das Denken, füllt unnütz den Kopf und auch die Gespräche.

Der IQ der Menschen ( Kinder ) nimmt z. Zt. ab durch Pestizide und der IQ wird auch durch Überkonsum von Internet und Handy abnehmen.

 

Was nötig wäre, um die Welt interessanter zu gestalten, wären Kurse an Schulen, selbstständig zu denken, die eigene Meinung zu bilden, immer im Blick zu haben, dass die Erde aus Natur besteht und wir auch und dass wir sie z. Zt. ganz arg zugrunde richten und dass es nicht für alles eine App braucht, sondern körperliche Betätigung, die auch das Denken fördert und dass es dauerhaft nicht darum gehen kann, dass die Menschen sich einerseits ständig immer sinnlosere Arbeit erschaffen und andererseits über zu wenig Freizeit klagen.

 

Gas, Kohle, etc. gehen aus und es ist unsinnig zu behaupten, ein E-Auto wäre umweltfreunlich – Strom bedeutet AKW oder laute, viele viele Windkrafträder, deren Auswirkungen für die Umwelt noch gar nicht geklärt sind auf Dauer oder aber Anbau für Biogas, auf Flächen, die eh immer rarer werden, auf denen man Gemüse anbauen müsste.

Handy, Erst- Zweit- und Dritt- Tablett verbrauchen ununterbrochen Strom . . .

 

 

Manchmal ist das, wo ZU VERMIETEN dransteht dann doch nicht zu vermieten – diese Kneipenimmobilie stand ca. 3 Jahre leer, nachdem die Kneipe raus musste . . . - - -

 

Sometimes that's where RENTING on top of it is not for rent - This pub property was empty for about 3 years, after the pub had to go out . , ,

KONSUM = DUMM “ soll eine neue Kampagne werden.

 

Die eher verbreitete Art, Menschen dazu zu bewegen, umweltbewusster oder tierfreundlicher zu handeln, ist ja, sie liebevoll und verständnisvoll zu behandeln.

Wie kleine Kinder wird Ihnen gesagt: „ Ja, wenn Du doch einfach mal anfängst, . . . ein kleiner Schritt ist doch auch schon was, . . . Du brauchst ja auch nicht auf allen Gebieten verantwortungsvoll zu handeln . . . “

 

Aber wenn man überlegt, WIEVIELE Menschen wir hier auf der Erde haben und dass die Anzahl stetig ansteigt und wie schnell die Ozeane vollmüllen werden in den nächsten Jahren, wie schnell alle Wälder weg sein werden und dass durch jede Plastiktüte Öl verschwindet und wir irgendwann keine natürlichen Heizungsressourcen haben werden und statt dessen alles voll Müll ist, ist es an der Zeit, härtere „ Bandagen “ anzulegen.

. . . Wo sollen all die alten, einjährig abservierten Handys denn z.B. hin . . . ?? . . .

 

 

Die Menschen werden ständig in Schutz genommen. Sie haben aber genug Zeit, sich zu schminken und zu versuchen, sportlicher auszusehen und fernzusehen etc. und es muss ein anderer Menschenstandard her. Es muss den Menschen PEINLICH sein, sich umwelttechnisch so gehen zu lassen.

 

1)

In einem Buch über die Psychologie der Massen habe ich gelesen, dass die Masse nicht auf Logik, vernünftige Argumente etc. reagiert, sondern auf Plattitüden, die sie wenn möglich mit einem Bild verbindet. Es geht um unbewusste Prozesse.

 

KONSUM = DUMM ::

Die meisten Menschen wollen schlau erscheinen. Egal aus welcher Schicht. Jeder hat Angst davor, dumm zu sein. Egal, ob er oder sie etwas dafür tut, intelligenter zu werden, will jeder so erscheinen.

 

Wenn man jetzt diese Grundangst mit dem Wort „ KONSUM “ verbindet und das überall erscheinen lässt, prägt sich das ein und führt zu > > > >

 

2)

Der Mensch ist ein Nachahmer. S. schwarze Winterjacken und schwarze Leggins etc. . . .

Der Mensch hat gelernt, wenn er nachahmt, wodurch andere überleben, steigt seine eigene Chance, auch zu überleben. . . . Der Mensch versucht, sich anzupassen, um als MENSCH durchzukommen / wahrgenommen / akzeptiert zu werden, und ein klein bisschen, individuell zu sein, weil das heutzutage auch dazugehört zum Menschsein. Aber eben nicht zuviel . . .

 

Nur Menschen, die zu schlecht nachahmen oder durch krasse Schicksalsschläge aus der menschlichen Bahn geworfen werden, fangen an, selber nachzudenken und neue Wege zu wagen . . .

 

Der Mensch ist ein Nachahmer

Wenn der Mensch etwas oft genug gesehen oder gehört hat, denkt er, dass es richtig ist und ihn und seine Familie weiterbringt.

D. h. :: wenn man heute eine Kampagne anfangen würde und 5 - 10 Jahre überall zu lesen wäre :: „ KONSUM = DUMM “, wäre es sehr wahrscheinlich, dass in 5 – 10 Jahren ein Angestellter zu dem anderen Angestellten in der Mittagspause sagen würde: „ Mann, gestern habe ich gar nichts konsumiert !! “ und er würde es in der selben Begeisterung sagen, wie er früher noch gesagt hatte: „ Mann, gestern war ich im Fitnessstudio “ oder „ Mann, gestern habe ich gar nicht so viel Dickmachendes gegessen “.

 

Reiche oder wer immer wieder die Macht hat ::

 

REICHE, GELD UND MACHT ::

 

REICHE ::

 

1) SchauspieleInnen, MusikerInnen, manchmal KünstlerInnen. Die brauchen, um die Normalität in ihren abgekapselten Behausungen auszuhalten und diese zu bezahlen ganz klar so wie Johnny Depp 10.000 oder 100.000 – habe die Zahl vergessen – Euro pro Monat für Wein, weil sie sensibler als andere Menschen sind und sich sonst umbringen würden.

>>> Reichtum geht klar.

 

 

2) Manager, die 100x oder so mehr verdienen als ihre Arbeiter und Angestellten und die es aushalten, dass ihre Arbeiter oft an der Armutsgrenze leben, obwohl sie auch jeden Tag aufstehen und schwer und auch öde und gesundheitsschädlich schuften.

Da stellt sich für mich die Frage, wie sie das vor sich selber rechtfertigen und aushalten und das ist einer der Punkte, die mich hier verzweifeln lässt.

>>> Reichtum nicht gerechtfertigt.

 

„ Der freie Markt ist dumm “

 

 

Ich probierte diese Winterjacke an, sie war dafür, dass sie angeblich sehr warm hielt, viel zu leicht und ich brauche wegen der Gentrifizierung eine Winterjacke, die mich bis zu 11 Stunden draußen warm und trocken hält, weil ich meine Nachbarn nicht aushalte ( s. . . . ) und auch nicht ständig irgendwo einkehren kann und will.

 

Und mir wurde sofort total schlecht und ich dachte im übertragenen Sinne: habe ich heute zuviel aufgenommen, zuviel Fernsehen, zu viel gelesen ? Aber ich hatte nur eine Sendung über Fred Astaire ( ganz anderer Menschenschlag als heute ) gesehen und ansonsten gemalt und das ist ja Output.

 

Diese extreme Übelkeit hielt solange an, wie ich die Jacke anhatte und ließ dann leicht nach und dauerte die ganze folgende Nacht an.

Ich konnte nicht richtig schlafen, mir war schlecht, ich hatte das erste Mal seit Jahrzehnten krasse Regelschmerzen, als ob es mir die ganze Hüftregion raushaut . . .

Diese Übelkeit kenne ich aus meiner vorigen Wohnung, in der mir jedesmal, nachdem ich den ( billigen ) Laminatboden gewischt hatte, auch total schlecht war.

 

Wir leben in so einem Billig-sauber-ordentlich-sicher-selbstverständlich-Wahn. Alles soll glatt und sauber und abgerundet sein, Roboter sollen alles ständig und immer aussaugen. Alles soll immer optisch zusammenpassen.

Ich musste dann frühmorgens übermüdet total heulen und dachte an meine Kinderwinterjacken zurück, die meist einfach aus Baumwolle bestanden, die tw. auch schief zusammengenäht waren vom Muster her und wir waren trotzdem stundenlang draußen im Schnee und wir sind nicht gestorben und heute sehe ich in der Stadt Berlin die ganzen Kinder mit so Art Gore-tex-jacken. Alle paar Jahre wird dem Kind wieder eine Chemiejacke gekauft.

 

Erwachsene haben - unheimlich viele – eine Outdoorjacke an, als wenn sie vor oder nach der Arbeit noch auf den Mond oder in die Antarktis müssen und ich sehe an ihrem Gang, dass sie viel länger als auf dem Weg zur Strassenbahn nicht draußen sein werden.

 

Menschen wollen durch ihre Kleidung ein Bild von sich verkörpern, was sie irgendwo gesehen haben, sie denken vermutlich, dass sie praktisch handelnde Menschen sind, Abenteurer, weil sie eine relativ schlichte - schwarze - Outdoorjacke anhaben anstatt einen Pelz oder eine golddurchwirkte Jacke, aber das ist alles SCHWER ABBAUBARE CHEMIE.

 

Als ich diese Wohnung bekam, die wahrlich keine Traumwohnung ist, sagte man mir, sie werde noch renoviert; das passiert hier mit allen Wohnungen z. Zt., sie werden der Moderne angepasst, was aber für mich bedeutet, dass alle paar Monate für 1 1/2 Monate Lärm ist.

 

Die Wohnung soll also durch Renovierung aufgewertet werden : statt Linoleum-Boden gibt es nun für mich neues Laminat in Holzfarbe. Es gibt NOCH schlimmeres Laminat, aber ich laufe barfuss oder mit Socken, und ich kenne das leichte Nachfedern von Linoleum-Boden und Laminat ist beinhart. Ich habe mich dran gewöhnt, aber an Tagen, wo ich wieder mehr verzweifele wegen der lauten Nachbarn, merke ich mein Verdrängen des Gefühls der Zelle: hartes Laminat, Beton, Wohnkasten. Laute Nachbarn – ich hoffe, sie sterben endlich . . .

 

Neu sind in der Wohnung: billige, dünne Plastikfussbodenleisten, billige Waschbecken, billiges Clo, die den Kalk anders und nerviger aufnehmen, ein Wasserhahn, der seine Einstellung verliert . . . D. h. : gewonnen ist überhaupt nichts. Die Küche hat keine Tür mehr, wodurch ich sie mitheizen muss . . .

Gewonnen ist nur ein SAUBERER EINDRUCK.

 

Draußen werden seit ca. 1 ½ Jahren fiese, niedrigdeckige Studentenwohnungen gebaut, in denen die – reichen, weil teuer – StudentInnen noch nicht mal einen Nagel in die Wand schlagen dürfen und alle die gleichen – weißen – Vorhänge haben :: Lärm. Kein Tag Pause für mich. Auch freitags und immer von früh an bis spät . . .

 

Unter mir ist eine Pseudogartenanlage, die nie jemand betritt, weil sie so glattdesignt ist; trotzdem erfordert sie ständig laute Motorenarbeiten: Laub wird tatsächlich mit einem elektrischen Gebläseapparat stundenlang zusammengefönt.

Bäume und Hecken werden beschnitten, Rasen ständig lautstark morgens gemäht.

Ich sehe in meiner Abrechnung auch, dass der Preis für die Gartenarbeit gestiegen ist.

- - - Es geht gar nicht um Natur - - - es geht um Ordnung. Dabei gehört Laub zu dem Verwesungs- und Erneuerungsprozess des Waldes – auch dieses Kleinstwaldes unter mir. Laub kommt dann natürlich auch in Einmal-Plastiksäcke . . .

 

Wenn ich dann spazierengehe, gehe ich tw. in ein sehr kleines, aber auch schönes Waldstück in meiner Nähe. Dort treffe ich dann gegenüber jemanden, der mit einem lauten Motor Restrasen an einer Wiese abmäht; stundenlang. Nichts Erholung. Eine kleine Maschine zerstört stundenlang die Walderholung . . .

 

Was ich damit sagen will: wir könnten mit unserem technischen Wissen ganz anders leben, wenn wir den Überblick hätten.

Ob der Gärtner es wirklich genießt, diese ohrenbetäubenden Maschinen zu bedienen, statt der Natur näher zu sein ??

Ob der Pseudopark unter mir nicht mehr frequentiert wäre, wenn er UNORDENTLICHER und damit auch UNÜBERSEHBARER WÄRE ?

Ob die Wiese wirklich bis auf den letzten Halm ordentlich gemäht sein muss und so oft ??

Ob man alles mit immer mehr Zäunen abtrennen muss ?

Ob wir nicht doch die Menschlichkeit verlieren durch Technik und vermeintliche Effizienz ?

Wie wachsen unsere Kinder denn auf ??

 

ARBEITSBESCHAFFUNG – WIE MICH DAS ANKOTZT !!!

 

Wenn man dieses ganze Wissen und diese ganzen Daten anders nutzen könnte - - - Erst mal die Menschheit auf allerhöchstens 1 / 10 reduzieren - - - aber dann kommen diese fürchterlichen Bedürfnisse: Schmuck, den Eindruck von Reichtum erzeugen wollen – die Langeweile und das fehlende Glücksgefühl durch Einkäufe betäuben – je reicher, je mehr kaufen und besitzen.

 

Macht haben wollen – Kontrolle - - - alles nur, um sexuell attraktiv zu sein ??

© ANGELA MARKANTE 2017

Ausschnitt