Die Bilder sind fast alle abstrakt – tw. mit versuchten Symbolen oder neuen oder alten Buchstaben mit neuen Buchstaben kombiniert – mit dem Anliegen, etwas neu auszudrücken, was in unserer normalen Sprache bisher einfach nicht gehört wird oder auf jeden Fall kaum Gehör fand.

. . . Ein neues Sprach- und Verständigungsuniversum: bisher ist die Spracheinheit ja Nutzen, Geld, Logik, Rationalität, Fortbestand, Sex, Konsum, Ausnutzen, Vorteil.

DIE AUSGESTORBENE FRAU - EINE NEUE UTOPIE

2016 / 2017

ca. 80 Malereien und

Texttafeln

DIE AUSGESTORBENE FRAU::

Möglichkeit a)

 

Die Frauen hatten es satt – waren traurig und verzweifelt darüber -, immer nur wegen ihrer großen Brüste geliebt und begehrt ( und tw. auch eingestellt ) zu werden und dass ihre Kleidung immer so abstand wegen der Brüste und die Brüste so schwer waren und so hinderlich beim Sport und es entstanden Silikonallergien und eine neue, psychosomatische Krankheit, die die Brüste der Frauen nicht mehr mit genügend Nährstoffen versorgte und auch in jungen Jahren schon einschrumpeln ließ.

 

Die Männer, die sich in den Brüsten der Frauen auch deswegen so wohl gefühlt hatten, weil sie sie an ihre behütete, verhätschelte Kindheit erinnerte, in der sie noch der King und Allesbestimmer waren, begehrten die Frauen daraufhin nicht mehr, stürzten sich in die Wissenschaft und erfanden eine Methode, selber schwanger zu werden und Kinder zu bekommen und eine zweite, Kinder ohne menschlichen Körpereinsatz bis zur Geburt aufzuziehen und nahmen die Möglichkeit, ein Mädchen zu bekommen, aus den Genen.

 

Die Frauen versuchten eine Zeit lang noch, sich durch falsche, umgeschnallte Brüste interessant zu machen, aber die Männer bemerkten den Betrug. . . .

 

Die Männer stellten fest, dass sie eh gerne unter sich waren, da sie viel mehr gemeinsame Interessen hatten und viele unter ihnen auch gerne etwas ungepflegter und umodischer rumliefen, als es zuletzt von den Frauen gefordert wurde und durch die Kinderaufzucht und das nun nicht mehr nötige Männlichkeitsprahlen vor den Frauen wurden sie nach und nach sensibler und empathischer.

 

Da sie herausfanden, dass es gar nicht nötig war, soviele Spermien für die Zeugung eines Kindes ständig mit sich herumzuschleppen und kühl zu halten, verkleinerten sich ihre Hoden und es entstand statt dessen eine Mulde, die allmählich zur Öffnung wurde und die Vagina der Frauen ersetzte.

 

Sie beschlossen, dass es nervt, Kinder alleine in kleinen Familien großzuziehen und gründeten viele Kommunen, in denen mehrere Männer für mehrere Kinder verantwortlich waren und die Kinder gerieten vielfältiger, toleranter und offener und fanden oft befreundete Eltern, die viel besser zu ihnen passten, als ihre echten Eltern.

 

Um der Misere, im Alter nicht mehr genug oder schlechten Sex zu haben, zu entkommen, entwickelten die Männer drei Möglichkeiten::

 

a) durch Medikamente wird der Sex-wollen-Botenstoff soweit runtergedämmt, dass Sex keine Rolle mehr spielt und die Alten, die daran Interesse haben, sich ohne Ablenkung dem Denken widmen können.

 

b) durch Medikamente wird der Hormonspiegel hoch genug gehalten, um wie eh und je Sex zu haben. Sozusagen eine verbesserte Viagra-Version.

 

c) wer trotz Medikamente keinen Sexualpartner im Alter findet und sich ein Leben ohne Sex nicht vorstellen kann, erhält die Erlaubnis, sich selbst zu töten oder sich dabei helfen zu lassen.

 

DIE AUSGESTORBENE FRAU::

Möglichkeit b )

 

Die Frauen verkleideten sich alle als Männer, um endlich im Beruf gleichwertige Chancen zu haben und auch in ihrer Funktion als Hausfrau als hart arbeitend wahrgenommen zu werden und die Männer, die es gewohnt waren, Menschen, bzw. Frauen nur nach ihrem Aussehen einordnen zu können, erkannten sie nicht mehr . . . als Frauen . . .

Ausschnitt

Ausschnitt

Ausschnitt

Ausschnitt

© ANGELA MARKANTE 2017

121 x 136 cm

alle Bilder ca. 64 x 136 cm